Noch ist Buch nicht erschienen, aus dem Ingrid Noll in Raunheim lesen wird
Der Termin bleibt, doch der Inhalt ändert sich: Bestsellerin-Autorin Ingrid Noll wird am Sonntag, 24. Oktober, auf Einladung der Raunheimer Stadtbücherei, aus ihrem neusten Buch "Ehrenwort" vorlesen, das Ende August erscheinen wird. Ursprünglich war geplant, dass die 74 Jahre alte Schriftstellerin aus ihrem derzeit aktuellen Werk "Kuckuckskind" vortragen wird. "Doch als wir erfahren haben, dass Ingrid Nolls neustes Werk noch rechtzeitig vor dem Termin in Raunheim erscheint, haben wir nachgefragt, ob wir das Programm auch wechseln können", berichtet Büchereileiterin Erika Keitel.
Im Martin-Luther-Haus
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand seine bereits erworbene Karte umtauschen möchte, weil er unbedingt Auszüge aus 'Kuckuckskind' hören wollte, kann er dies natürlich gerne tun."
Da Erika Keitel mit einem größeren Interesse an Zuhörern rechnet, wird die Lesung im Martin-Luther-Haus, Wilhelm-Leuschner-Straße, veranstaltet. Beginn ist um 19 Uhr. Eintrittskarten kosten zehn Euro. Karten im Vorverkauf gibt es in der Stadtbücherei im Stadtzentrum in der Ringstraße 107. Geöffnet ist die Bibliothek, die auch während der Sommerferien keine Pause macht, montags und dienstags von 14 bis 18 Uhr, mittwochs von 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 13.30 bis 18.30 Uhr.
"Bücher und mehr"
Mit Ingrid Nolls Auftritt beginnt die Reihe "Bücher und mehr 2010/2011" des Kreises Groß-Gerau, die sich bis Februar erstreckt. Die Auftaktveranstaltung richtet die Raunheimer Bibliothek aus zwei Anlässen aus: Raunheim ist in diesem Jahr "Kult(o)ur"-Kommune des Kreises Groß-Gerau. Zudem feiert die Stadt am Main ein Jubiläum, ist es doch 1100 Jahre her, dass sie erstmals urkundlich erwähnt wurde.
Schwarzer Humor
Nolls neuer Roman "Ehrenwort" steckt, so die Ankündigung des Verlags, voller schwarzem Humor: Ein junges Ehepaar nimmt den fast 90 Jahre alten Großvater bei sich auf - in der Erwartung, dass der Hochbetagte bald das Zeitliche segnet. Doch dem alten Herrn geht es immer besser. Während die Eheleute grübeln, wie sie den Störenfried unauffällig loswerden könnten, gerät ihr Leben allmählich aus den Fugen.
Erstes Buch 1990
Schon ihr Debütroman "Der Hahn ist tot", den sie 1990 im Alter von 55 Jahren geschrieben hat, handelt von Mord und Totschlag: Eine Frau geht über Leichen, um den Mann ihrer Träume zu erbeuten. Seither lustwandelt Ingrid Noll literarisch im Metier des unterhaltsam Düsteren. Und das obwohl - oder vielleicht gerade weil - sie einst ein katholisches Mädchen-Gymnasium in Bad Godesberg besuchte.