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Sprachförderung ist wichtiger Bestandteil des Bildungskonzepts Raunheim

Mit dem bereits 2006 entwickelten Bildungskonzept Raunheim (BKR) hat die Stadt bildungspolitische Pionierarbeit geleistet - und sie tut es noch. Oberstes Ziel dabei ist es, gleiche Bildungschancen für alle Raunheimer Kinder und Jugendlichen zu schaffen und sie bestmöglich in ihren Begabungen zu fördern. Vor dem Hintergrund des wachsenden Anteils an Personen, die direkt aus dem Ausland nach Raunheim einwandern und selbst ganz unterschiedliche Bildungshintergründe bzw. Vorstellungen von Bildungsförderung mitbringen, kommt diesem Grundsatz nach fast zehnjährigem Bestehen eine so bedeutsame Rolle zu wie niemals zuvor.

Eine individuelle Förderung der einzelnen Kinder setzt ein Bildungsangebot in den Tageseinrichtungen voraus, das weit über das Normalmaß hinaus geht. In einer kleinen Serie stellen wir Ihnen einige dieser Angebote vor. Den Anfang macht die Sprachförderung.




Sprachförderung - Grundvoraussetzung für Bildung und Teilhabe

Ein Gesamtkonzept Sprachbildung bzw. Sprachförderung in den Raunheimer Kindertageseinrichtungen soll ein differenziertes Eingehen auf die unterschiedlichen Sprachniveaus ermöglichen und auch den Lernerfolg sowie die Entwicklung der Kinder dokumentieren. Ein wichtiger Bestandteil hiervon ist zum Beispiel die gezielte Sprachförderung, wie sie Angelika Bewer in der Kita Sterntaucher anbietet:

"Das ist eine Sonne", freut sich Oskar. Er sitzt mit Angelika Bewer und fünf weiteren Kindern an einem kleinen Tisch, ganz vertieft in ein Legespiel. Die Bildkarten sind eine ideale Anregung, um die Kinder zum Sprechen zu bringen. Regenbogen, Wolken, Schneeflocken, Blumen . alles wird benannt und freudig begrüßt. Fehlt einem der Kinder das richtige Wort, helfen die anderen gerne aus.

Zweimal pro Woche kommt Angelika Bewer in die Kita Sterntaucher, um je zirka 30 Minuten intensiv mit Kindern zu arbeiten, die eine besondere Sprachförderung brauchen. Weil sie schüchtern sind und wenig sprechen. Oder weil sie die deutsche Sprache noch nicht richtig können. Im Spiel in der Kleingruppe gelingt es dann, sie aus der Reserve zu locken, so dass sie schnell Fortschritte machen. Seit gut sieben Jahren beschäftigt sich Angelika Bewer mit dem Thema Sprachförderung für Kinder und man sieht ihr an, wie viel Freude ihr die Arbeit macht. "Es kommt soviel zurück", weiß sie zu berichten. Meist bleiben die kleinen Gruppen von maximal sechs Kindern für etwa ein halbes bis dreiviertel Jahr zusammen. In enger Absprache mit den Erzieherinnen - allen voran Kita-Leiterin Heike Trautwein und ihrer Stellvertreterin Ines Berlin - wird die Gruppe dann neu formiert, so dass auch andere Kinder in den Genuss der Förderung kommen.

"Die Kinder sind in der Regel vier bis sechs Jahre alt. Die ganz Kleinen sind ja noch in der Eingewöhnung, da wäre die Förderung leicht eine Überforderung. Das wollen wir natürlich vermeiden", erklärt Heike Trautwein. In der Regel findet die Sprachförderung im "orangenen Zimmer" statt. Hier ist es besonders ruhig, so dass sich alle gut konzentrieren können. Begonnen wird meist mit einem Bewegungsspiel. "Die Kinder lieben es, sich zubewegen und auch ihr Sprechvermögen kommt dabei im übertragenen Sinne in Bewegung. Die Sprachförderung soll ja ein positives Erlebnis sein, kein strenges Reglement, das Angst macht", erklärt Angelika Bewer. Daher geht sie die Sache immer spielerisch an und hat dabei die Bedürfnisse der Kinder stets im Blick. Brauchen alle mehr Bewegung, kann die Sprachförderung auch im Freien stattfinden. Ist es im orangenen Zimmer zu heiß - wie etwa bei der jüngsten Hitzewelle - nutzt sie lieber einen anderen, kühleren Raum. Das Kindeswohl hat immer Priorität.

Von den Eltern gab es bislang nur positives Feedback. Bisweilen schaut das ein oder andere Elternteil auch einmal vorbei, um selbst zu erleben, was die Kinder hier tun und wie viel Spaß es ihnen macht. Eine solche Hospitanz der Eltern ist immer möglich, betont Heike Trautwein, die generell großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit und ein freundliches Miteinander mit den Eltern legt.

"Wir wollen allen Raunheimer Kindern bestmögliche Bildungschancen bieten. Dafür haben wir ja das Bildungskonzept und die Vernetzung aller Raunheimer Einrichtungen ins Leben gerufen. Das Thema Sprachförderung liegt uns besonders am Herzen, weil wir die Kinder hier sehr früh fördern können. Sprechen und verstehen können ist eine Basisqualifikation, die für die spätere Entwicklung in der Schule, in der Ausbildung, im Studium enorm wichtig ist. Deshalb steht außer Frage, dass wir dieses Angebot seitens der Stadt fördern und unterstützen", erklärt Fachbereichsleiterin Kultur und Soziales Kerstin Mohr.

Unterdessen geht das Spiel in der Kita Sterntaucher weiter. Ein Huhn, das bunte Eier legt, wird dabei ebenso zum Mittelpunkt wie die fröhlichen Bildkarten eines Memory-Spiels. Besonders spannend ist das Wasserexperiment. Dabei greifen die Kinder einen Gegenstand - etwa einen Teelöffel oder ein Holzauto - und legen ihn in eine Schüssel voller Wasser. "Wird es schwimmen oder untergehen?" Das ist die große Frage, die die kleinen Forscher eifrig besprechen und dann die Probe aufs Exemple machen. Eines ist klar: Der Spaß geht bei der Sprachförderung in der Kita Sterntaucher auf keinen Fall unter. Im Gegenteil.



Sibylle Grigat
Fachdienst IV.1
Erziehung, Betreuung, Jugend, Bildung
E-Mail: s.grigat@raunheim.de
Telefon: 06142 - 402 239




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