Sauberhafter Schulweg

Grundschulkinder setzen sich für sauberen Schulweg ein

Seit 2002 gibt es die Umweltkampagne „Sauberhaftes Hessen“. Sie ist die älteste Abfallsammelkampagne Deutschlands. In diesem Kontext wurde für Grundschulkinder die Aktion „Sauberhafter Schulweg“ ins Leben gerufen. Damit soll bei den jungen Menschen schon früh ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, Abfall richtig zu entsorgen. Die Schülerinnen und Schüler sammeln an den Aktionstagen Müll auf, den Mitmenschen achtlos in der Umwelt hinterlassen haben. Die beiden Raunheimer Grundschulen, die Pestalozzischule und die Neue Grundschule, beteiligen sich seit 2024 am „Sauberhaften Schulweg“. Unterstützt werden sie dabei vom Fachteam Abfallwirtschaft und dem Schnellen Einsatzteam der Stadt Raunheim. Diese koordinieren die Aktionstage, stellen Sammelmaterial und Container bereit und entsorgen den gesammelten Abfall fachgerecht.

Am 23. Juni machten sich die Schülerinnen und Schüler beider Grundschulen mit Zangen, Handschuhen und Müllsäcken auf den Weg. Rund 60 Kinder der Klassen 2b, 4a und 4c der Neuen Grundschule wurden dabei von einem prominenten Gast aus der Politik begleitet: Denn Michael Ruhl, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, war nach Raunheim gekommen. Er wollte für die Kampagne werben und die Schülerinnen und Schüler beim Aufsammeln des Abfalls unterstützen, ebenso wie Bürgermeister David Rendel und Schulleiterin Katrin Saner, die mit den Kindern den Landespolitiker empfingen.

Viel Lob für Engagement der Kinder

Die Kinder begrüßten zunächst lautstark das Maskottchen des „Sauberhaften Hessens“, Müllmo, das mit Ruhl die Grundschule besuchte. „Ich bin sehr dankbar, dass ihr euch bereit erklärt habt, ein Zeichen zu setzen. Denn Müll gehört einfach nicht in die Umwelt, nicht auf die Straße und gehört auch nicht auf den Schulweg“, sagte der Staatssekretär. Dabei sprach er auch die Erwachsenen an. Denn auch manchen von ihnen müsse gezeigt werden, wie Abfall richtig entsorgt werde.

Die Neue Grundschule wurde mehrfach als „Umweltschule“ und für die erfolgreiche Teilnahme am „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet. Ökologische und soziale Schwerpunkte werden mit praktischem Handeln in den Schulalltag integriert. In den Klassen wird Müll getrennt und in den Pausen Plastik vermieden. „Das ist vorbildlich“, lobte Ruhl. Mit der öffentlichen Müllsammelaktion werde das Thema saubere Umwelt weitergetragen.

Auch Bürgermeister Rendel war beeindruckt von dem Einsatz der Schülerinnen und Schüler. „Ich bin überzeugt: Wer seine Umwelt schätzt, übernimmt Verantwortung für sie. Unsere Kinder haben heute gezeigt, wie einfach es sein kann, gemeinsam etwas zu bewegen und dabei sogar Vorbild für viele Erwachsene zu sein“, erklärte der Rathauschef.

Aktiv für die Müllvermeidung sensibilisieren

Die drei Klassen der zweiten und vierten Jahrgangsstufe machten den Anfang, die anderen 12 Klassen inklusive Vorklasse mit insgesamt rund 270 Kindern sollten im Anschluss ebenfalls die Schulwege säubern.

„Mit der Teilnahme an der Aktion möchten wir unsere Schülerinnen und Schüler aktiv für das Thema Umweltschutz und Müllvermeidung sensibilisieren. Indem die Kinder selbst aktiv werden und ihre täglichen Wege von Abfall befreien, entwickeln sie ein direktes Bewusstsein dafür, wie wichtig eine saubere Umwelt ist“, so Schulleiterin Saner.

Ruhl und Rendel statteten die jungen Helferinnen und Helfer mit Zangen, Müllsäcken und Handschuhen aus. Mit vollem Eifer suchten die Kinder den Weg entlang der Lache bis zum Drachenspielplatz nach Abfall ab und fanden einiges an Verpackungsmüll, Glas, Papier und Zigarettenkippen. Am Ende hatten sich einige Säcke voller Abfall angesammelt.

Müll und Umweltschutz -im Unterrichtsalltag verankert

Karin Jechimer, Umweltpädagogin und Leiterin des Fachteams Umwelt- und Klimaschutz bei der Stadt Raunheim erklärte, die Aktion „Sauberhafter Schulweg“ sei sowohl an der Neuen Grundschule als auch an der Pestalozzischule Teil der Umweltbildung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Kampagne werde im Unterricht jeweils vor- und nachbereitet. „Die Themen Müll und Umweltschutz werden in jedem Jahrgang auf unterschiedlichste Ebenen besprochen“, erläuterte sie. So würde bei den Schülerinnen und Schülern von Anfang an ein Bewusstsein für Klima- und Umweltschutz geschaffen.

Bewussten Blick auf Folgen von Umweltverschmutzung fördern

Die Pestalozzischule beteiligte sich mit 200 Kindern aus neun Klassen an der Kampagne. Ebenfalls ausgestattet mit Handschuhen, Müllsäcken, Greifzangen und Eimern sammelten sie Abfall entlang der üblichen Schulwege, aber auch auf Spielplätzen und Grünanlagen im Ringstraßengebiet. Sie fanden neben Verpackungsmüll und anderem Abfall auch Koffer, Autobatterien und defekte Haushaltsgeräte, die vom Schnellen Einsatzteam und Fachteam Abfallwirtschaft der Stadt Raunheim abtransportiert und ordnungsgemäß entsorgt wurden.

„Mit ihrem Einsatz leisten die Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und zur Verschönerung ihres Lebensumfeldes“, unterstrich Konrektorin Ellen Bauer. Auch die Pestalozzischule trägt seit mehreren Jahren das Siegel „Umweltschule“ und war als „Schule der Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet. Als solche beteilige sich die Bildungseinrichtung immer gerne an Aktionen, mit denen sie aktiv etwas für die Umwelt tun könne und die Kinder erlebten, dass bereits kleine Beiträge eine große Wirkung haben können, wie Bauer betont.

Die Schülerinnen und Schüler seien jedes Jahr wieder erstaunt, wie viel Müll innerhalb kürzester Zeit zusammenkomme und seien am Ende des Vormittags stolz auf das sichtbare Ergebnis ihrer Arbeit. „Wir hoffen, mit der jährlichen Teilnahme einen bewussteren Blick auf die Folgen von Umweltverschmutzung zu fördern und die Kinder dazu zu motivieren, selbst auf Sauberkeit zu achten“, so Bauer.