60 Jahre Stadtrechte Raunheim

Vom schnell wachsenden Ort zur Stadt

Ein Blick zurück auf das Jahr 1966

Eine wichtige Voraussetzung für die Verleihung der Stadtrechte war das Erreichen der Marke von 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Raunheim erreichte diese Zahl am 6. Juni 1965. Wie schnell der Ort wuchs, zeigen die Daten: 1962 lebten hier noch 6.576 Menschen, am 31. Januar 1966 waren es bereits 11.627.

Am 15. März 1966 stellte die Gemeinde den Antrag auf Verleihung der Stadtrechte. Die Bewilligung erfolgte am 31. August desselben Jahres. Am 27. Oktober überreichte der damalige hessische Innenminister Heinrich Schneider dem Raunheimer Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Dr. Erwin Lang bei einer Festveranstaltung die Ernennungsurkunde.





Wachstum stellte die Gemeinde vor große Aufgaben

Mit dem rasanten Bevölkerungswachstum stieg auch der Bedarf an Wohnungen und Infrastruktur. Industrielle Ansiedlungen hatten zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen und weitere Menschen nach Raunheim gebracht. Im Antrag auf Verleihung der Stadtrechte wurde allerdings darauf hingewiesen, dass der Wohnraumbedarf trotz umfangreicher Baumaßnahmen noch nicht gedeckt sei. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits 3.669 Wohnungen.

Für die Anerkennung als Stadt waren neben der industriellen Entwicklung auch die Lebensbedingungen vor Ort von Bedeutung. Dazu zählten eine flächendeckende Straßenbeleuchtung, eine organisierte Müllabfuhr, eine ausreichende Nahversorgung und angemessene Schulen. Auch öffentliche Einrichtungen und eine funktionierende Verwaltung gehörten zur kommunalen Infrastruktur.

Raunheim verfügte damals bereits über ein gut ausgebautes Kanalisationssystem und großzügig angelegte Straßen. Eine gut ausgestattete Volks- und Realschule war ebenfalls vorhanden. Die Lage an der Eisenbahnstrecke Mainz–Frankfurt sowie die Anbindung an die Bundesstraße 43 und die umliegenden europäischen Fernstraßen galten als wichtige Standortvorteile.







Industrie prägte die Entwicklung

Die wirtschaftliche Entwicklung spielte eine zentrale Rolle für den Wandel Raunheims. Im damaligen Antrag wurden unter anderem Caltex Deutschland, das Textilwerk Recenia, die Kunststoffwerke R. Ihm AG und das Membranwerk Fritz Brumme als bedeutende Industriebetriebe genannt. Ihre Ansiedlungen prägten die Gemeinde und trugen zum starken Wachstum bei.

Die Verleihung der Stadtrechte am 27. Oktober 1966 war damit mehr als ein formaler Akt. Sie würdigte die Entwicklung einer Gemeinde, die innerhalb weniger Jahre stark gewachsen war und ihre Infrastruktur entsprechend ausgebaut hatte. Sechs Jahrzehnte später bietet das Jubiläum Anlass, auf diese Phase der Raunheimer Geschichte zurückzublicken – und auf die Veränderungen, die aus dem damaligen Ort die Stadt Raunheim gemacht haben.