Demokratie und europäische Einigung waren die großen Themen der internationalen Jugendbegegnung, die Anfang Juli in Raunheim stattfand. Am 6. Juli führte die Jugendlichen aus Lubny, Le Teil und Raunheim deshalb ein Ausflug zur Wiege der deutschen Demokratie. Die Paulskirche war ihr Ziel. Anschließend folgte ein gemütlicher Spaziergang zum Römer und durch die Neue Altstadt, auch Dom-Römer-Quartier genannt, sowie eine entspannte Schifffahrt auf dem Main mit der Primus-Linie.
Erste Station Paulskirche
Gut aufgelegte Jugendliche stiegen am frühen Vormittag am Raunheimer Bahnhof in die S-Bahn. Von der Station Frankfurt-Hauptwache bis zur Paulskirche waren es dann nur noch ein paar Meter zu Fuß. Das historische Gebäude erreicht, wies Jens Grode, im Rathaus für die Städtepartnerschaften verantwortlich, zunächst auf die Architektur des Gebäudes hin: „Es handelt sich um einen klassizistischen Rundbau mit einem elliptischen Grundriss“. In der Paulskirche staunten die Jugendlichen aus der Ukraine, aus Frankreich und aus Raunheim im ovalen Wandelgang über das 32 Meter lange und drei Meter hohe Wandgemälde „Der Zug der Volksvertreter“ von Johannes Grützke aus den Jahren 1989 und 1990.
Kleine Einführung in die Bedeutung der Kirche
Grode selbst übernahm im Plenarsaal die Erläuterungen zur bedeutsamen Geschichte der Kirche. Ins Auge stachen den Jugendlichen beim Eintritt die Fahnen aller 16 Bundesländer sowie der Stadt Frankfurt, die Grode anhand der Symbole nannte. Er informierte über die Nationalversammlung, die in der Paulskirche 1848 und 1849 tagte. „Aus allen Regionen des damaligen Deutschlands kamen demokratisch gewählte Vertreter, das erste demokratisch gewählte Parlament für ganz Deutschland“, erklärte er. Er sprach zudem über die Paulskirchenverfassung als Vorbild der Weimarer Reichsverfassung von 1919 und des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland von 1949. Auch den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Paulskirche thematisierte er. Nach den offiziellen Ausführungen beantwortete Grode noch Fragen der Jugendlichen in kleinen Gruppengesprächen.
Römerberg und schmale Gässchen
Beeindruckt waren die Jugendlichen auch vom Römerberg, den Fachwerkhäusern sowie dem Römerkomplex. Sie zückten die Smartphones für zahlreiche Fotos. Der anschließende Rundgang durch die neue Altstadt mit ihren Plätzen und schmalen Gässchen wie Alter Markt, Hühnermarkt und Hinter dem Lämmchen gefielen sehr. Das Struwwelpeter-Museum wurde erstaunt zur Kenntnis genommen und auch den Dom schauten sich die interessierten Jugendlichen von innen an.
Urteil der Jugendlichen: ziemlich klasse
Alisa Nosko und Max Taran aus Lubny, Manon Rousseau und Pablo Navoly aus Le Teil sowie Sofiia Horbas und Arkhyp Kovbasa aus Raunheim waren fasziniert von der Paulskirche und dem Rundgang durch die Neue Altstadt. „Mir hat das Wandgemälde gut gefallen und Jens Grode hat sehr gut erklärt“, lautete Alisas Urteil. Der Dom sagte ihr allerdings mehr zu als die Paulskirche und die Fachwerkhäuser in der Neuen Altstadt begeisterten sie besonders.
„Das war ein schönes Erlebnis in der Paulskirche. Ich fand die Fahnen sehr gut“, erzählte Max. Er stellte fest, dass sich die Architektur in der Neuen Altstadt sehr von der in der Ukraine unterscheide. Auch dass er in Frankfurt vielen Menschen unterschiedlichster Herkunft begegnet war, hatte ihn beeindruckt.
Pablo hat sich gemerkt, dass die Fahnen der 16 Bundesländer im Plenarsaal hängen, was er großartig fand. „Ich mag die alten Straßen und alten Gebäude“, sagte er über den Rundgang in der neuen Altstadt. „Mir gefallen die Paulskirche und das Wandbild“, betonte Manon. Ihr war die neue Altstadt allerdings zu voll mit Menschen. „Das war cool, ich habe die Paulskirche das erste Mal gesehen“, freute sich Sofiia. Auch sie hob die Fahnen hervor. Das Viertel mit dem Dom hatte sie ebenfalls angesprochen. „Der Bau und die Architektur sind sehr interessant“, meinte Arkhyp über die Paulskirche und auch den Rundgang durch das Viertel fand er ziemlich gut.
Pommes auf der Primus-Linie
Nach dem Spaziergang hatten sich die Jugendlichen eine ruhige Schifffahrt auf dem Main verdient. Dort stieß auch Bürgermeister David Rendel hinzu. Die Primus-Linie wartete zur Mittagszeit. Erst gab’s eine Portion Pommes zur Stärkung und ein Erfrischungsgetränk. Die Stadt Raunheim hatte die lange 100-minütige Tour gebucht, die zunächst Richtung Gerbermühle und dann Richtung Griesheim führte. Vom Schiff aus waren unter anderem die Dreikönigskirche, Alt-Sachsenhausen, die Europäische Zentralbank, der Dom, das Städel-Museum, die Uniklinik, der Westhafen Tower und die Commerzbank zu sehen. Hier wurde ebenfalls fleißig auf den Auslöser der Smartphone-Kameras gedrückt.
Alle hatten Spaß dabei, Frankfurt vom Fluss aus zu betrachten – und die Jugendlichen zeigten, was ein vereintes Europa auch bedeutet: Fotos voneinander machen, sich auf Englisch unterhalten, gemeinsam die französische und ukrainische Fahne in den Fahrtwind halten und viel lachen.
