Ende Juni herrschte auch in Raunheim große Hitze: Die Temperaturen kratzten am letzten Juni-Wochenende an der 40-Grad-Marke. Deshalb wurde das ursprünglich als dreitägiges Event geplante Stadtfest auf zwei Tage verkürzt. Am 26. und 27. Juni startete das Treiben auf dem Rathausplatz jeweils erst am frühen Abend und zu vorgerückter Stunde versprachen die Bands gute Stimmung. Viele Menschen nahmen das Angebot deshalb trotz der Hitze gerne an.
Party-Stimmung auf und vor der Bühne
Nach der offiziellen Eröffnung durch Bürgermeister David Rendel zelebrierten am Freitag „Die Hitfluencer“, vier schrille Jungs aus Hamburg, ihre Show mit Party-Hits von Rock bis Pop und von Schlager bis Neue Deutsche Welle. Mit humorvollen Sprüchen sorgte Frontsänger Sascha Kränkel zudem immer wieder für Lacher.
Eine außergewöhnliche Musik-Performance lieferten am Samstag „Flo & Chris“. Die zwei Männer vereinten ihre vier Hände und erstaunlich viele Instrumente zu einer großen Band und nahmen mit ihren Cover-Songs unterschiedlichster Genres alle mit.
Vielfältiges Angebot an den Ständen
Unter den Pavillons nahmen die Besucherinnen und Besucher Platz und ließen sich die Auswahl an Speisen und Getränken schmecken. Ein paar Vereine hatten zwar wegen der Hitze abgesagt. Aber die Raunheimer Tierhilfe und der Förderverein Pestalozzischule, die mit einem gemeinsamen Stand teilnahmen, sowie die Prinzess-Margret-Garde und der Katholische Jugend-Treff Raunheim lockten dennoch mit ihren Angeboten von Süßem bis Herzhaftem und von Aperitif über Slush-Eis bis Kaffee. Daneben gab es noch einige Speisen und Getränke kommerzieller Anbieter wie Langos, Klassiker vom Grill und koreanisches Streetfood sowie Bier und Softdrinks.
Blick auf 60 Jahre Stadtrechte
Bürgermeister David Rendel griff in seiner Eröffnungsrede auch die Verleihung der Stadtrechte an Raunheim vor 60 Jahren auf. Passend zum Anlass hatte die Stadt eine große Skulptur in Form der Zahl 60 mit einer detailreich gestalteten Collage prominent neben der Bühne auf dem Rathausplatz platziert.
Die Entwicklung Raunheims zu einer modernen Stadt sei nicht selbstverständlich, betonte Rendel. „Wir schauen heute nicht nur auf ein Jubiläum. Wir feiern vor allem die Menschen, die diese Stadt aufgebaut haben und diejenigen, die diesen Weg bis heute weitergehen“, erklärte er. Die Verleihung der Stadtrechte sei Ausdruck eines gewachsenen Selbstbewusstseins und zugleich Auftrag, die Zukunft aktiv zu gestalten. Die Stadt könne zudem stolz darauf sein, dass hier Menschen aus 122 Nationen friedlich zusammenleben. „Was andernorts oft als Herausforderung beschrieben wird, ist in Raunheim gelebter Alltag“, betonte Rendel.
Sein Dank gelte daher allen, die in den vergangenen sechs Jahrzehnten Verantwortung für Raunheim übernommen hätten: den früheren Bürgermeistern, den Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, den Unternehmerinnen und Unternehmern, den Vereinen, Kirchen, sozialen Organisationen und den vielen Ehrenamtlichen.
Der Rathauschef dankte zudem allen Beteiligten für das Gelingen des Stadtfestes und wünschte allen Anwesenden zwei fröhliche, friedliche und unvergessliche Tage.
Gut vorbereitet auf die hohen Temperaturen
Nicht nur die Besucherinnen und Besucher, auch die Betreibenden der Stände hatten trotz der Temperaturen ihren Spaß. „Wir kommen mit der Hitze gut zurecht“, meinte Sandra Rehn, Co-Sitzungspräsidentin der PMG. Sprühflaschen schufen ebenso Abhilfe wie die kühlen Limonaden aus Zitrone, Wassermelone und Erdbeeren.
Die Raunheimer Tierhilfe und der Förderverein Pestalozzischule hatten sich ebenso der Hitze angepasst. Sprühflaschen und nasse Handtücher sorgten für Abkühlung. „Wir haben spontan Wassereis in unser Angebot mit aufgenommen“, erzählte zudem Melanie Lehmann, Vorsitzende des Fördervereins Pestalozzischule. Das sei sehr gut angekommen, auch bei den Helfenden und den Technikern. Cerstin Rust von der Raunheimer Tierhilfe ergänzt, dass auch die Gäste gut drauf gewesen seien.
Auch die Stadtverwaltung hatte Vorkehrungen getroffen, um das Stadtfest trotz Hitze für alle so angenehm wie möglich zu machen. Um insbesondere vulnerable Gruppen, aber auch die Beteiligten aus den Vereinen zu schützen, war der für Sonntag geplante Tag der Vereine abgesagt worden. Denn anders als an den Tagen zuvor wäre für den Sonntag vom Vormittag bis in den späten Nachmittag hinein ein umfangreiches Bühnenprogramm vorgesehen gewesen. „Die Gesundheit aller Besucherinnen und Besucher hat für uns oberste Priorität“, machte Bürgermeister David Rendel deutlich.
Die Stadt hatte zudem kostenfreies, kaltes Trinkwasser zur Verfügung gestellt, Besucherinnen und Besucher konnten sich im klimatisierten Foyer des Rathauses abkühlen. Die in den Boden eingelassenen Wasserfontänen sorgten besonders bei den Kindern für große Freude.
„Wir waren uns unserer Verantwortung durchaus bewusst. Die Menschen sollten selbst entscheiden, ob sie in den Abendstunden zum Stadtfest kommen“, erläuterte Iva Vaasen, Leiterin des Fachdienstes Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Kultur, den Schritt. „Zumindest an den zwei Abenden sollten sie wie geplant den Sommer in Raunheim genießen können.“
