Mit dem Förderprogramm „Sport integriert Hessen“ unterstützt das Land Gemeinden, die den Sport zur Integration und sozialen Teilhabe nutzen möchten. Zielgruppen sind sozial benachteiligte und in ihrer Teilhabe eingeschränkte Menschen. Dazu gehören insbesondere Geflüchtete, Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte, einkommensschwache Personen sowie bildungsferne oder anderweitig vulnerable Gruppen. „Wir haben jetzt geeignete und hochmotivierte Kräfte, die Lust haben, das Projekt wieder aufzunehmen“, sagt Kerstin Jühe, Leiterin des Fachbereichs Bildung und Soziales. Die Fördersumme beträgt 12.000 Euro für das Jahr 2026. Sie fließt anteilig in die Anschaffung von Sportgeräten, in Personalkosten sowie in die Finanzierung von Sportangeboten mit Eintrittsgeldern.
Geflüchtete werden zu Coaches
Streetworker Johannes Bodsch steuert und begleitet das wieder gestartete Projekt. Er hat mit Romana Serdiuk und Liudmyla Papenko zwei ukrainische Frauen an seiner Seite, die selbst aus ihrer Heimat wegen des russischen Angriffskrieges geflüchtet sind und verschiedene Sport- und Bewegungsangebote umsetzen werden. Papenko hat die Basis-Qualifikation für einen Sport-Coach bereits absolviert, Serdiuk wird im September die Fortbildung machen.
Langfristiges Ziel: Eintritt in einen Verein
„Beim Sport kommunizieren die Geflüchteten mit anderen Menschen. Dies ist eine Möglichkeit, die deutschen Sprache zu erlernen beziehungsweise zu verbessern“, beschreibt Bodsch den Effekt des Projekts. Die Menschen machen gemeinsam etwas, was ihre Integration und ihre Sprachkenntnisse fördert. Beteiligen können sich gleichwohl auch Personen ohne Zuwanderungsgeschichte. Romana Serdiuk und Liudmyla Papenko wollen in Vereinen und in Schulen für ihre Sportprojekte werben und dann feste Gruppen anleiten. „Im besten Falle treten die Menschen später in Vereine ein“, nennt Bodsch das Ziel. Der Streetworker unterstützt die Sport-Coaches unter anderem mit der Organisation von Sportgeräten und Räumen. „Die Idee ist, die Menschen möglichst einfach und ohne bürokratischen Aufwand zu integrieren und in der deutschen Sprache zu fördern“, informiert er.

Fitnesstraining mit Trampolin
Serdiuk und Papenko lebten beide vor ihrer Flucht in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw und sind beide bereits seit vier Jahren in Deutschland. „Als ich nach Deutschland gekommen bin, hat mir der Sport selbst sehr geholfen, Deutsch zu lernen. Ich habe über den Sport auch viele Freunde gefunden“, berichtet Serdiuk. Sie hielt sich in einem Fitnessstudio mit Jumping fit, einem Fitnesstraining mit speziellem Trampolin, das bei schneller Musik Kardio-Elemente mit Kraft-Elementen kombiniert. Dieses Fitness-Programm möchte sie nun auch als Sport-Coach anbieten.
Volleyball und Kletterwand
Papenko hat bereits auf anderen Ebenen Geflüchtete unterstützt und den Integrationspreis der Stadt Rüsselsheim erhalten. „Ich möchte mich engagieren und anderen geflüchteten Menschen helfen“, gibt sie Auskunft über ihre Motivation. Im Rahmen ihrer Qualifikation lernte sie unter anderem, wie man ein Projekt durchführt. Sie präsentierte mit anderen Teilnehmenden ein Volleyball-Projekt, das nun in Raunheim Einzug halten soll. Mit diesem Ballsport möchte sie jetzt auch die Integration von Geflüchteten fördern. Außerdem will sie einen Ausflug zu einer Kletterwand unternehmen.
Die beiden Frauen sind voller Energie. „Wir freuen uns schon darauf, dass wir starten können“, sagen Serdiuk und Papenko motiviert. Wer sich einer der beiden Gruppen anschließen möchte, kann sich unter j.bodsch@raunheim.de anmelden oder die beiden Coaches direkt ansprechen. Das Hallentraining findet in der Turnhalle der Pestalozzischule statt. Weitere Angebote – etwa eine Walkinggruppe zu gründen oder die Freisportanlage für Aktivitäten zu nutzen – sind ebenfalls möglich.
